Friedens-Eiche
1813...1913
Im Oktober 1913, anlässlich der 100sten Wiederkehr der Befreiungskriege gegen
Napoleon wurde eine Friedens-Eiche auch in Kleinmachnow gepflanzt. Ein Schild mit
der Inschrift „Zur Erinnerung an die Erhebung Preußens 1813/1913“ in goldenen Lettern wies auf diesen Anlass hin.
Dies erzählte die 86jährige Erna Wedeleit geb. Hess im Jahre 1992 Hans-Eike Müller,
einem Redakteur der Kleinmachnower Zeitung. Die Schülerin der Dorfschule am
Zehlendorfer Damm, Erna Hess, war vom Lehrer Wegner ausgewählt worden, um in
einem feierlichen Zeremoniell den Baum in die Erde zu setzen.
Um 1900 war Kleinmachnow ein Gutsbezirk derer von Hake mit 150 Einwohnern. Und
mit dem Bau des Teltowkanals 1900-1906 begann eine anhaltende Siedlungstätigkeit.
Mit der Inbetriebnahme der Machnower Schleuse 1906 wurde der Vater von Erna,
Wilhelm Hess, zum Schleusenwärter in Kleinmachnow. Wilhelm Hess 1877 in
Lindicken (Ostpreußen) geboren, kam nach seiner Lehre zum Schiffszimmermann um
1900 in die Region Teltow, wo er ab 1904 als Schmied und für Metallverarbeitung beim
Bau des Teltowkanals beschäftigt war. Mit der Gründung der selbständigen
Landgemeinde Kleinmachnow 1920 kandidierte er für die erste Gemeindevertretung
und wurde im Jahre 1928 zum Gemeindevertreter gewählt.
Im Jahre 1913 diente der mit Kopfsteinpflaster befestigte Weg zwischen Dorfkirche
und dem Gutshof, wo die heutige Neue Kirche steht, als Schulhof. Eine Mauer zog
sich bis zum Medusenhaupt-Tor hin, an deren Nordseite diese Eiche gepflanzt wurde.
Axel Mueller, Okt. 2025